Mentalitätsmonster reißt die Greifen

Am Samstag gewannen die Ritter auch ihr zweites Heimspiel, und somit die letzte Partie der Vorrundenserie. Und wieder einmal bekamen die Zuschauer einiges geboten.

Die Badener Greifs starteten mit dem Angriffsrecht und legten gleich los wie die Feuerwehr. Die ritterliche Verteidigung, anders als bisher gewohnt fand keinerlei Zugriff und vor allem der US-Quarterback spielte Katz und Maus mit den Tübingern. Und so kam es dann auch wie es kommen musste: Nach einigen wuchtigen Läufen und einem feinen Kurzpassspiel sezierte der Spielmacher im ersten Drive die Verteidigung und tänzelte in die Endzone. 

Im Anschluss kamen die Neckarstädter Offensive auf das Feld. Und für die Fans zeigte sich wieder mal das gewohnte Bild: wuchtige Läufe, kurze Pässe, ein dominanter Auftreten und in der Redzone fehlt der letzte Biss. Die Tübinger Startschwäche zeigte ihr übliches Gesicht. Die Lücken gingen zu, Unkonzentriertheit und Slapstickeinlagen konnten das Blatt nicht wenden, während die Gäste aus Grünwettersau fleißig weiter punkteten.

Mit einer 00:19 Führung gingen die Mannschaften bei mittlerweile strömenden Regen in die Halbzeit und einige der Zuschauer nach Hause. Und wie es sich zeigte sollten es diese auch bereuen. Die Teams kamen komplett verwandelt aus den Kabinen. Die Offensivabteilung der Tübinger marschierte wie von der Tarantel gestochen über das Feld und Fullback Luis List überrollte quasi die Defense unwiderstehlich zum 06:19. Der PAT von Philipp Perus war gut und noch somit noch 12 Punkte zum aufholen. 

Der Wettergott sollte nun auch Fan der Ritter sein, anders als in der ersten Halbzeit, spielte die Witterung nun den Tübingern voll in die Karten. Die stark dezimierten Defense bekam endlich Zugriff auf die Badener und halfen somit immer wieder ihre Offense auf das Feld zu schicken. Und trotz teils starkem Regen war das Passspiel ein entscheidender Faktor: der Mix aus Lauf- und Wurfspiel ließ die Knights erneut über das Feld marschieren und Quarterback Steffen Becker persönlich vollendete nach einem QB-Sneak zum 14:19 (PAT durch Perus). 

Nun schienen die Gäste gebrochen: nach wenigen Spielzügen stoppte erneut die Defense die Angriffsbemühungen der Greifen und sendete die eigenen Offensivreihen auf das Feld. Jan „Flutschi" Homann fasste sich ein Herz, machte seinem Namen volle Ehre und durchglitt die Verteidigung der Badener. Als er diese überwand, sprintete er über das Feld über 85 Yards in die Endzone – das Match war gedreht. Die anschließende 2-Pt-Conversion schlug fehl und mit einsetzendem Sonnenschein wurde es auch nochmals brenzlig.

Die Greifen kamen bis auf etwa 25 Yards an die Tübinger Endzone heran, doch konnten das Fieldgoal nicht treffen. Diethers Mannschaft ließ in Folge dessen geschickt die Uhr herunterlaufen und konnte dann die letzten vier Versuche zum 20:19 Sieg abknien.

Dank der Fellbach Warriors, welche am Sonntag fulminant die SSV Reutlingen 05 Eagles besiegten, hat die Tübinger Mannschaft nun auch ein kleines Polster auf den zweiten Tabellenplatz. Doch Diether warnt und mahnt zur Besonnenheit: „Unser nächster Gegner (Sacristans) hat uns im Hinspiel geschlagen und war hervorragend eingestellt. Wir können uns nicht immer darauf verlassen in der Halbzeit zurück zukommen, sondern müssen von der ersten Sekunde an Hellwach sein! Ansonsten ist der Punktevorsprung so schnell weg, wie er gekommen ist.“

Be a Red Knight!