RedKnights geben Sieg aus der Hand

Lange Zeit sah es so aus, als würden die Red Knights, die nun schon 4 Spiele andauernde Niederlagenserie stoppen und einen wichtigen Sieg gegen den Lokalrivalen Böblingen Bears einfahren um den Klassenerhalt zu sichern. Nachdem die Roten Ritter eine Woche zuvor 0:46 gegen die Stuttgart Silver Arrows verloren hatten und eine der herbsten Pleiten in der jüngeren Vergangenheit erlitten, traten sie nun deutlich verbessert auf und waren ein ebenbürtiger Gegner für die Böblinger.

Die Bears hatten bei warmen Temperaturen auf dem Holderfeld zunächst das Angriffsrecht erhalten, konnten dieses aber zunächst nicht für Punkte nutzen. Ein guter erster Drive der neuformierten Red Knights Offense, bei der ein Trio bestehend aus Johannes Hähl, Achim Müller und Steffen Becker den weiterhin verletzten Spielmacher Matthias Gnewuch in Teilzeitarbeit ersetzten, marschierte zwar zunächst ansehnlich über das Feld, nach einer missglückten Kommunikation fand der Angriffsversuch wegen einer Interception allerdings ein jähes Ende. Die Böblinger machten es dann besser: zwar konnten Johannes Hähl und Achim Müller anfangs einige Angriffsspielzüge der Bears mit sehr guten Tackles rustikal frühzeitig stoppen, schließlich erlangten die Gäste aber genug Raumgewinn um mit einem verwandelten Field Goal 3:0 in Führung zu gehen.

Im zweiten Viertel kippte das Spiel dann aber innerhalb von Minuten zu Gunsten der Red Knights, als sich die Ergebnisse überschlugen. Nach dem er einen Laufspielzug geschickt angetäuscht hatte, fand Quarterback Steffen Becker mit einem weiten Pass den Receiver Constantin Tielkes, der den Ball in vollem Lauf unter Kontrolle brachte, von dem letzten Verteidiger nicht aufgehalten werden konnte und die Roten 7:3 in Führung brachte. Nur Minuten später brach Fullback Axel Gemmert bei einem Lauf durch die Mitte durch und war möglicherweise selbst am meisten überrascht wie mühelos er einen gegnerischen Safety ausbeschleunigte, den Ball über das ganze Feld in die Endzone trug und den neuen Spielstand von 14:3 besorgte.

Die sichtlich geschockten Bears schafften es anschließend bei ihrem Angriffsversuch nicht nennenswerten Raumgewinn zu erzielen und wollten den Ball per Punt weit in die Hälfte der Red Knights befördern. Allerdings hatten sie die Rechnung ohne Returner Daniel Zölß gemacht, der den Ball sehenswert über mehr als 50 Yards bis kurz vor die Endzone zurücktrug. Tobias Lutz nutzte schon im nächsten Spielzug die Steilvorlage und erzielte einen kurzen Touchdown zur 21:3 Führung. Kurz vor der Halbzeit mussten die Red Knights dann allerdings einen herben Rückschlag hinnehmen: bei dem verzweifelten Versuch noch vor dem Pausentee den Anschluss zu erzielen, kamen die Gäste zuerst nicht sehr weit. Dann aber wiederholten die Bears mit nur noch 3 Sekunden zu spielen ein Kunststück, dass ihnen schon wenige Wochen zuvor in ihrem Spiel gegen den Tabellenführer Heilbronn Miners gelungen war: bei auslaufender Zeit fand der starke Böblinger Spielmacher mit einem sehr weiten Pass in der Endzone einen freien Mitspieler, plötzlich stand es nur noch 21:9.

Nach der Halbzeit machten die Bears dann genau dort weiter, wo sie aufgehört hatten. Während die Red Knights es nicht mehr schafften eine Angriffswelle auch mit Punkten zu beenden, kämpften sich die Böblinger angetrieben von starkem Passspiel sukzessive wieder an den Gastgeber heran. Zwei Touchdowns der Böblinger im dritten Viertel verschafften ihnen die erneute Führung, wobei die Red Knights extremes Pech hatten, als Stefan Nestler es zwar schaffte dem Böblinger Ballträger den Ball kurz vor der Endzone aus der Hand zu schlagen, dieser aber kurz vor der Endzone ins Aus sprang. Dadurch durften die Bears das Angriffsrecht behalten, wäre der Ball innerhalb der Endzone ins Aus gerollt, hätten die Red Knights den Ball bekommen. Anfangs des vierten Viertels gelangten die Bears abermals in bedrohliche Nähe der Tübinger Endzone, konnten jedoch keine Punkte erzielen, weil insbesondere Stefan Nestler und Stefan Ruoff immer wieder unüberwindbare Hindernisse für das Laufspiel der Bears darstellten. Da der indisponierte Böblinger Kicker den anschließenden Field Goal Versuch genau so wenig verwandeln konnte wie die drei Extrapunktversuche zuvor, erhielten die Red Knights mit noch siebeneinhalb Minuten verbleibender Spielzeit den Ball mit der Chance, beim Spielstand 21:23 schon mit einem Field Goal die Führung zurückzuerlangen.

Lange Zeit schien es so, als ob die Red Knights diese Möglichkeit angemessen nutzen würde. Mit wuchtigen Läufen bewegten sie den Ball immer weiter über das Feld, wobei insbesondere das altbewährte Duo Lutz/Gemmert, der aus der Defense „ausgeliehene“ Armin Ruoff und Quarterback Steffen Becker nicht aufzuhalten war. Man bewegte den Ball bis kurz vor die Endzone, wo der Böblinger Defense es dann allerdings gelang das Tübinger Laufspiel zu stoppen. Der zuverlässige Achim Müller trat zum spielentscheidenden Field Goal Versuch an, den ein Böblinger Spieler allerdings abfälschen konnte und somit einen Führungswechsel in allerletzter Sekunde verhindern konnte. Dieser Fehlversuch besiegelte die unglückliche 21:23 Niederlage der Red Knights, die sich nach starker Hinrunde nun plötzlich mitten im Abstiegskampf befinden. Der stark verbesserte Auftritt des Teams sowie die weiterhin intakte Teamchemie machen allerdings Hoffnung, dass die Tübinger schon in den nächsten beiden Heimspielen gegen die Weinheim Longhorns und die Heilbronn Miners wieder das nötige Quäntchen Glück erzwingen werden können, um ein enges Spiel für sich zu entscheiden.

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