Red Knights kehren triumphal auf die Erfolgsspur zurück

Für manch einen Außenstehenden mag das Spiel der Tübinger Red Knights gegen die Biberach Beavers am letzten Samstag zunächst als eine fast unlösbare Aufgabe erschienen sein. Die Vorzeichen waren schließlich ziemlich ungünstig für die roten Ritter. Mit den Bibern kam einer der Topfavoriten auf die Oberligameisterschaft zu Besuch auf das Holderfeld, der sich nach der bisher einzigen Saisonniederlage zudem mit einem US-amerikanischen Importspieler beeindruckend verstärkt hatte. Auf der anderen Seiten hatte der Tübinger Traumstart weniger als eine Woche zuvor ein jähes Ende gefunden, als die Red Knights beim Auswärtsspiel bei den Weinheim Longhorns mit 9:37 unter die Räder gekommen waren. War die Aufstiegseuphorie auf Seiten der Roten jetzt etwa schon verflogen? Würde man nun in eine Abwärtsspirale geraten, in einer extrem ausgeglichenen Liga in der es keine leichten Siege gibt?

Für Spieler, Betreuer und Trainer stellten sich diese Fragen vor Beginn des Spiels jedoch eigentlich nicht. Zuvor war als Hauptursache für die heftige Niederlage bei den starken Longhorns nicht etwa mangelndes Spielvermögen, sondern neben der angespannten Personallage vor allem eine zu lasche Einstellung am Spieltag als Hauptgrund der Niederlage ausgemacht worden. Da die Red Knights schon beim Aufwärmen unbedingten Siegeswillen und grenzenlose Energie verströmten und außerdem einige angeschlagene Spieler ins Team zurückkehrten, ging man mit einer gesunden Position Optimismus und Selbstvertrauen in das Duell mit den Gästen aus Biberach.

Dass dieser Optimismus überhaupt nicht fehl am Platz war, zeigte sich bereits nach wenigen Minuten, als das sehr gelungene Zusammenspiel aller Mannschaftsteile den Rittern eine Führung verschaffte, die sie nie abgeben sollten. Zunächst stoppte die Defense den Angriffsversuch der Biber eindrucksvoll und als diese dann im vierten Versuch den Ball per Punt aus ihrer eigenen Hälfte befördern wollten, wurde der Punter getackled bevor er den Ball loswerden konnte. Die Offensive übernahm in sehr guter Ausgangsposition und nach einigen wuchtigen Läufen der Running Backs Tobias Lutz und Daniel Dobler beförderte Lutz den Ball schließlich in die Endzone, nach verwandeltem Extra Punkt von Kicker Christoph Teufel führten die Tübinger früh mit 7:0.

Das Teufel aber nicht nur den Ball gut treten kann, sondern auch in den Händen ein sehr gutes Ballgefühl hat, bewies er bei der nächsten Angriffswelle der Beavers, als er einen Pass des generischen Quarterbacks abfangen konnte und die Red Knights wieder in Ballbesitz brachte. Die Offensive bedankte sich für diese Hilfeleistungen auf ganz besondere Art: nachdem zunächst Lutz den Ball mit einem langen Lauf fast über das ganze Feld beförderte, fand Quarterback Matthias Gnewuch wenig später den Receiver Constantin Tielkes mit einem kurzen Pass in der Endzone. Nun führten die Red Knights also schon 14:0.

Zwar konnten die Biber zu Beginn des zweiten Viertels mit einen kurzen Run nach einer langen Angriffswelle einen Touchdown erzielen, die Kräfteverhältnisse schienen aber trotzdem klar verteilt. Die Offensive der Roten Ritter fand mit ihrem variablen Laufspiel an verschiedenen Stellen immer wieder Lücken im Verteidigungsdamm der Biber. Auch das Passspiel des Heimteams geriet immer besser in Gang nachdem Gnewuch mit tiefen Pässen mehrmals den Receiver Steffen Becker fand, der auch unter Druck immer wieder das Ei im Luftkampf für sich behaupten konnte. Leider bildete sich diese Überlegenheit zunächst nicht in Punkten ab, auch weil die Biber einen Field Goal Versuch in aussichtsreicher Position blocken konnten. Doch die Ritter-Defense trumpfte jetzt auf, alle Laufversuche der Biber wurden durch diszipliniertes Tacklen und große Einsatzfreunde aller Spieler immer frühzeitig gestoppt. Kurz vor der Halbzeitpause begrüßte Defensive End Phillip Pfander den Neueinkauf der Gegner mit einem Sack auch noch offiziell und hieß ihn in der Oberliga willkommen. So gingen die Red Knights mit einer sieben Punkte Führung in die Halbzeitpause.

Nach dem Pausentee zeigten die Red Knights Offensive schnell, dass sie mit diesem unkomfortabel dünnen Vorsprung nicht zufrieden waren. Zunächst erreichte Gnewuchs scharfes Zuspiel das gewünschte Ziel, als Becker den Ball spektakulär in der Mitte des Feldes fing. Dann bewegten die Running Backs den Ball mehrfach, bevor schließlich Tielkes einen hohen Pass von Gnewuch in der Endzone aus der Luft pflückte. Teufel half mit dem verwandelten Extrapunkt dabei, den Vorsprung auf 14 Punkte zu vergrößern. Das war den Red Knights aber noch lange nicht genug, die Defense dominierte die Biber bei ihrem folgenden Angriffsversuch und sorgten dafür, dass die Offensive den Ball umgehend zurückerhielt.

Diese versetzte den Beaver nun gnadenlos den Todesstoß. Hinter der starken Offensive Line, die das gesamte Spiel zuverlässig für Quarterback und Running Backs blockte, trumpfte vor allem Jan „Flutschi“ Homann auf und machte seinem Spitznamen alle Ehre. Schwer zu fassen wie ein nasses Stück Seife, wich er Gegenspielern immer wieder im letzten Moment aus und führte die Red Knights über das Feld. Er krönte seine Leistung dann mit einem Touchdown selbst, als er bei einem langen Lauf Gegner um Gegner aussteigen ließ und schließlich von Center Patrick Kahlert in die Endzone geschoben wurde, wodurch die Red Knights weitere Punkte erzielten. Die Defensive räumte wenig später auch die letzten verbliebenen Zweifel am Ausgang des Spiels aus, als der überragende Christoph Teufel abermals einen gegnerischen Pass unter Kontrolle bringen konnte. Bei den Tübingern kamen fortan jetzt vor allem in der Offensive die Ersatzspieler und Rookies zum Einsatz, machten ihre Sache sehr gut und sammelten wertvolle Spielerfahrung. Ohne die ganz große Anstrengung den Spielstand weiter zu erhöhen, brachten die Red Knights die Führung über die Zeit und gewinnen nach einer geschlossenen Teamleistung gegen die Biberach Beavers mit 28:7.

Einziger Wermutstropfen an einem rundum gelungenen Nachmittag: bei beiden Teams verletzte sich je ein Spieler so schwer, dass sie nicht mehr weiterspielen konnten. An dieser Stelle wollen wir gute Besserung wünschen! Weiter geht es für die Tübingen Red Knights am 13.06 mit einem Auswärtsspiel beim Tabellenführer aus Heilbronn, am 27.06 findet dann das nächste Heimspiel gegen die Baden Greifs statt. Das Spiel von diesem Wochenende zeigt, dass beide Aufgaben lösbar sind, wenn sie mit der richtigen Einstellung angegangen werden.

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